Root-Server mit Ubuntu 14.04

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Strato bietet im Moment ein interessantes Angebot für Bestandskunden an. Server, die nun einige Jahre im Einsatz waren, werden für annehmbare Preise eingerichtet und als Server zur Verfügung gestellt. Für 19€ bekommt man einen Server mit

  • AMD Opteron™ 1214 HE mit 2 x 2,2 GHz (2x 2000 Bogomips)
  • 4 GB Arbeitsspeicher
  • 2 x 500 GB im RAID1-Verbund Festplattenspeicher

Dazu bietet Strato 500 GB FTP-Backupspeicher und die RemoteConsole, falls der Server-Zugang über SSH mal ausfallen sollte.

Smartmontools

Zu erst ist bei solchen Modellen natürlich interessant, wie lange der Server vorher schon benutzt wurde. Zumindest die Laufzeit der Festplatte ist leicht herauszufinden. Zu erst installieren wir die Smartmontools per APT

sudo apt-get update
sudo apt-get install smartmontools

Dann können wir per

sudo smartctl -a /dev/sda

und

sudo smartctl -a /dev/sdb

die Laufzeiten der beiden Festplatten herausfinden. Bei mir waren das 49377 und 49461 Stunden, also gut 5 1/2 Jahre.

Webserver

Zur Bereitstellung von Webseiten benutzen wir den Apache-Webserver. Da der Server unter mehreren Adressen erreichbar sein wird, richten wir VirtualHosts ein.

Die Installation läuft denkbar einfach über

sudo apt-get update
sudo apt-get install apache2 apache2-utils apache2-doc php5 php5-mysql php-pear

Wir installieren also auch gleich PHP und PHP-PEAR mit.

Nach der Installation geht es an die eigentliche Konfiguration des Webservers. Ziel ist es, das eine Reihe von Anwendungen (Roundcube, PHPMyAdmin, etc.) nur einmal installiert werden müssen und dann allen eingerichteten Domains zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sollen Dummies, die den Server über seine IP oder einen nicht vorhandenen Namen ansprechen, keine Dienste nutzen können, sondern lediglich eine Fehler-Seite sehen. Die folgende Konfiguration habe ich in ihrer Version vom 12. November 2014 aus dem Debacher-Wiki entnommen (CC-BY-SA). Wir legen also eine Grundkonfiguration für jeden "dummen" Aufruf an.

Die VHosts werden später unter /var/www/vhosts/ angelegt. Unter /var/www/vhosts/default findet sich dann die Fehlerseite und die entsprechenden Anwendungen.

Wichtig ist, dass wir die Datei vorher einmal sichern:

cp /etc/apache2/sites-available/000-default.conf /etc/apache2/sites-available/000-default.conf.org

/etc/apache2/sites-available/000-default.conf

ServerName default
ServerAdmin webmaster@lukasthiel.de

ServerTokens Major

DocumentRoot /var/www/htdocs/

Alias /webmail       /var/www/htdocs/roundcube
Alias /pma       /var/www/htdocs/phpmyadmin
Alias /ftp       /var/www/htdocs/webftp

<Directory "/var/www/vhosts">
       AllowOverride All
#       Options SymLinksIfOwnerMatch
       Options +FollowSymLinks
       Order allow,deny
       Allow from all
       <IfModule mod_php5.c>
       </IfModule>
</Directory>

<IfModule mod_userdir.c>
       UserDir disabled
</IfModule>

<VirtualHost *:80>
       ServerName default
       UseCanonicalName Off
       DocumentRoot /var/www/vhosts/default/htdocs/
       ScriptAlias /cgi-bin/ "/var/www/cgi-bin/"
       # Blocken der Anfragen an eingerichtete Dienste
       Alias /webmail      /var/www/htdocs/dummy
       Alias /pma          /var/www/htdocs/dummy
       Alias /webftp       /var/www/htdocs/dummy
       Alias /roundcube    /var/www/htdocs/dummy

       <IfDefine MAILMAN>
          ScriptAlias     /mailman/       /var/www/htdocs/dummy
          Alias           /mailmanicons/  /var/www/htdocs/dummy
          Alias           /pipermail/     /var/www/htdocs/dummy
       </IfDefine>

       <IfModule mod_ssl.c>
               SSLEngine off
       </IfModule>
       <Directory "/srv/www/cgi-bin/">
               AllowOverride None
               Options None
               Order allow,deny
               Deny from all   
       </Directory>
       <Directory /var/www/vhosts/default/htdocs>
               AllowOverride All
               Options None
               Order allow,deny
               Allow from all  

               <IfModule mod_php5.c>
                 php_admin_flag engine on
                 php_admin_flag safe_mode off
               </IfModule>
       </Directory>

</VirtualHost>
<IfModule mod_ssl.c>

<VirtualHost *:443 >
       ServerName default
       UseCanonicalName Off
       DocumentRoot /var/www/vhosts/default/httpsdocs
       ScriptAlias /cgi-bin/ "/var/www/cgi-bin/"
       Alias /webmail      /var/www/htdocs/dummy
       Alias /webftp       /var/www/htdocs/dummy
       Alias /pma          /var/www/htdocs/dummy

       <IfDefine MAILMAN>
          ScriptAlias     /mailman/       /var/www/htdocs/dummy
          Alias           /mailmanicons/  /var/www/htdocs/dummy
          Alias           /pipermail/     /var/www/htdocs/dummy
       </IfDefine>

       SSLEngine on

       SSLCipherSuite ALL:!ADH:!EXPORT56:RC4+RSA:+HIGH:+MEDIUM:+LOW:+SSLv2:+EXP:+eNUL
       SSLCertificateFile /var/www/vhosts/default/ssl/server.crt
       SSLCertificateKeyFile /var/www/vhosts/default/ssl/server.key

       <Directory "/var/www/cgi-bin/">
               AllowOverride None
               Options None
               Order allow,deny
               Deny from all
       </Directory>
       <Directory /var/www/vhosts/default/httpsdocs>
               SSLRequireSSL
               AllowOverride None
               Options None
               Order allow,deny
               Allow from all
       </Directory>
</VirtualHost>

</IfModule>

Entscheidend ist, dass die angegebenen Pfade tatsächlich existieren, sonst gibt Apache beim nächsten Start eine Fehlermeldung aus. Sollten die Verzeichnisrechte nicht richtig gesetzt sein, kann das mittels

sudo chown -R www-data.www-data /var/www/
sudo chmod -R 0770 /var/www/

nachgeholt werden.

Nun geht es an die Konfiguration der Strato-Adresse. Ruft man den Server über seinen hXXXXXXX.stratoserver.net auf, kann man so beeinflussen, was angezeigt wird.

/etc/apache2/sites-available/stratoserver.net.conf

<VirtualHost *:80>
   ServerName h1234xyz.stratoserver.net
   UseCanonicalName Off
   DocumentRoot /var/www/vhosts/default/htdocs

   CustomLog  /var/log/apache2/access.log combined
   ErrorLog   /var/log/apache2/error.log

   ScriptAlias /cgi-bin/ "/var/www/cgi-bin/"

#   Alias /pma /var/www/htdocs/phpMyAdmin
#   Alias /webmail       /var/www/htdocs/roundcube
   Alias  /webstat /var/www/vhosts/default/webstat
   <IfModule mod_ssl.c>
       SSLEngine off
   </IfModule>

   <Directory "/var/www/cgi-bin/">
       AllowOverride None
       Options None
       Order allow,deny
       Allow from all
   </Directory>

   <Directory /var/www/vhosts/default/htdocs>
       AllowOverride All
       Options None
       Order allow,deny
       Allow from all 

       <IfModule mod_php5.c>
         php_admin_flag engine on
         php_admin_flag safe_mode off
#           php_admin_value include_path "/var/www/htdocs/horde/pear:/var/www/htdocs:./"
#           php_admin_value open_basedir "/var/www/htdocs:/tmp"
       </IfModule>
   </Directory>

</VirtualHost>

<IfModule mod_ssl.c>

<VirtualHost *:443 >
       ServerName h1234xyz.stratoserver.net
       UseCanonicalName Off  
       DocumentRoot /var/www/vhosts/default/httpsdocs 

       CustomLog  /var/log/apache2/access.log combined
       ErrorLog   /var/log/apache2/error.log 

       ScriptAlias /cgi-bin/ "/var/www/cgi-bin/"
#       Alias /pma /var/www/htdocs/phpMyAdmin
#       Alias /webftp /var/www/htdocs/webftp   
       Alias /webmail       /srv/www/htdocs/roundcube 

       SSLEngine on

       SSLCipherSuite ALL:!ADH:!EXPORT56:RC4+RSA:+HIGH:+MEDIUM:+LOW:+SSLv2:+EXP:+eNUL
       SSLCertificateFile /var/www/vhosts/default/ssl/server.crt
       SSLCertificateKeyFile /var/www/vhosts/default/ssl/server.key

       <Directory "/var/www/cgi-bin/">
               AllowOverride None
               Options None
               Order allow,deny
               Allow from all  
       </Directory>

       <Directory /var/www/vhosts/default/httpsdocs>
               SSLRequireSSL
               AllowOverride None
               Options None
               Order allow,deny
               Allow from all  
      </Directory>
 </VirtualHost>
</IfModule>

Damit ist die Grundkonfiguration von Apache abgeschlossen. Für jeden neuen VirtualHost legen wir ab dann eine Datei als /etc/apache2/sites-avaiable/<domain>.conf an.

Wichtig ist: Der Ubuntu-Apache unterscheidet zwischen aktivierten und verfügbaren Konfigurationen. Wir müssen also jede Datei noch einmal extra unter /etc/apache2/sites-enabled/ einbinden. Dazu einfach einen symbolischen Link erstellen:

sudo ln -s /etc/apache2/sites-available/<domain>.conf /etc/apache2/sites-enabled/<domain>.conf

Das muss selbstverständlich auch mit der Standardkonfiguration gemacht werden, sofern das nicht schon standardmäßig passiert ist.

Eine Beispiel-Konfiguration für VirtualHosts findet sich ebenfalls im Debacher-Wiki (CC-by-sa). Dabei muss <dummy> mit der Domain ersetzt werden. Die Verzeichnisse werden dann unterhalb von /var/www/vhosts/<dummy> angelegt.

/etc/apache/sites-avaiable/dummy.conf

<VirtualHost *:80>
 ServerName   www.<dummy>:80
 ServerAlias <dummy>
 UseCanonicalName Off
 DocumentRoot /srv/www/vhosts/<dummy>/htdocs

 CustomLog  /var/log/apache2-vhosts.d/<dummy>_access_log combined
 ErrorLog   /var/log/apache2-vhosts.d/<dummy>_error_log

 CustomLog /var/log/apache2/vhosts_access_log vhost_combined

 ScriptAlias  /cgi-bin/ /var/www/vhosts/<dummy>/cgi-bin/
 Alias  /webstat /var/www/vhosts/<dummy>/webstat

 <IfModule mod_ssl.c>
       SSLEngine off
 </IfModule>

 <Directory /var/www/vhosts/<dummy>/htdocs>

   <IfModule mod_php5.c>
       php_admin_flag engine on
       php_admin_flag safe_mode off
       php_admin_value include_path "/var/www/vhosts/<dummy>/httpdocs:.:/tmp:./:/usr/share/php5/PEAR/:/var/www/typo3src"
       php_admin_value open_basedir "/var/www/vhosts/<dummy>/httpdocs:/tmp:.:/usr/share/php5/PEAR/:/var/www/typo3src"

   </IfModule>

   <IfModule mod_python.c>
       <Files ~ (\.py$)>
               SetHandler python-program
               PythonHandler   mod_python.cgihandler
       </Files>
   </IfModule>

   Options -Includes +ExecCGI
 </Directory>
 <Directory "/var/www/vhosts/<dummy>/cgi-bin">
      AllowOverride None
      Options +ExecCGI -Includes
      Order allow,deny
      Allow from all  
 </Directory>

</VirtualHost>

<IfModule mod_ssl.c>

<VirtualHost *:443>
 ServerName   www.<dummy>:443
 ServerAlias <dummy>
 UseCanonicalName Off
 DocumentRoot /var/www/vhosts/<dummy>/htdocs

 CustomLog  /var/log/apache2-vhosts.d/<dummy>_access_log combined
 ErrorLog   /var/log/apache2-vhosts.d/<dummy>_error_log
 
 ScriptAlias  /cgi-bin/ /var/www/vhosts/<dummy>/cgi-bin/
 Alias  /webstat /var/www/vhosts/<dummy>/webstat

 SSLEngine on

 <Directory /var/www/vhosts/<dummy>/htdocs>

   <IfModule mod_php5.c>
       php_admin_flag engine on
       php_admin_flag safe_mode off
       php_admin_value include_path "/var/www/vhosts/<dummy>/htdocs:.:/tmp:./:/usr/share/php5/PEAR/:/var/www/typo3src"
       php_admin_value open_basedir "/var/www/vhosts/<dummy>/htdocs:/tmp:.:/usr/share/php5/PEAR/:/var/www/typo3src"
   </IfModule>

   <IfModule mod_python.c>
       <Files ~ (\.py$)>
               SetHandler python-program
               PythonHandler   mod_python.cgihandler
       </Files>
   </IfModule>

   Options -Includes +ExecCGI
 </Directory>

 <Directory "/var/www/vhosts/<dummy>/cgi-bin">
      AllowOverride None
      Options +ExecCGI -Includes
      Order allow,deny
      Allow from all
 </Directory>
  SSLProtocol all -SSLv2
  SSLCipherSuite ALL:!ADH:!EXPORT:!SSLv2:RC4+RSA:+HIGH:+MEDIUM

  SSLCertificateFile /var/www/vhosts/<dummy>/ssl/ssl.crt
  SSLCertificateKeyFile /var/www/vhosts/<dummy>/ssl/ssl.key
  SSLCertificateChainFile /var/www/vhosts/<dummy>/ssl/sub.class1.server.ca.pem
  SSLCACertificateFile /var/www/vhosts/<dummy>/ssl/ca.pem
  SetEnvIf User-Agent ".*MSIE.*" nokeepalive ssl-unclean-shutdown
  CustomLog /var/log/apache2-vhosts.d/<dummy>_ssl_log  "%t %h %{SSL_PROTOCOL}x %{SSL_CIPHER}x \"%r\" %b"

</VirtualHost>

</IfModule>

Damit ist die Einrichtung des Webservers abgeschlossen.

Datenbank-Server

Als Datenbank-Server benutzen wir MySQL. Diesen Server installieren wir ganz einfach per apt:

sudo apt-get install mysql-server mysql-client

Falls die Abfrage während der Installation nicht schon kommt, setzen wir dem root-Benutzer in MySQL ein neues Passwort:

sudo mysqladmin -u root password "newpwd"

Mail-Server

Der Mailserver macht mir immer wieder Sorgen. Beim Update von Dovecot 1 auf Dovecot 2 gab es massive Veränderungen am Konfigurations-Aufbau. Mal sehen, wie es jetzt ist. Zu erst installieren wir entsprechende Pakete via APT. Wir benutzen Postfix als MTA und Dovecot als IMAP-(u. POP3-)Server. Um mehreren Benutzern verschiedener Domains die Möglichkeit zu geben, ihre Mail abzurufen und zu empfangen bedienen wir uns virtuellen Domains, die bequem übers Web mit dem Postfixadmin verwaltet werden können.

sudo apt-get install postfix postfix-mysql

Falls bei der Installation ein Konfigurations-Dialog auftritt, wählen wir hier einfach erstmal "Keine Konfiguration" aus.

Dann erstellen wir im MySQL-Server eine neue Datenbank "mail" und einen neuen Benutzer "mail" mit allen Rechten:

root@server:/# mysql -u root -p
mysql> CREATE DATABASE mail;
mysql> GRANT ALL PRIVILEGES ON mail.* TO 'mail'@'localhost' IDENTIFIED BY 'mail';
mysql> quit

Postfix Admin

Dann laden wir den Postfix Admin von der Webseite herunter und entpacken ihn in ein eingerichtetes Verzeichnis z.B. einer Subdomain (z.B. mail.<domain>)

sudo mkdir /var/www/vhosts/mail.<domain>/htdocs
cd /var/www/vhosts/mail.<domain>/htdocs
tar xvfz postfixadmin-X.X.X.tgz

Nun passen wir noch den Postfix Admin an unsere Zwecke an. Dazu wechseln wir in das vorhin angelegte Verzeichnis postfixadmin-X.X.X/ und editieren die Standardkonfiguration:

cd ./postfixadmin-X.X.X/
vi config.inc.php

Hier passen wir folgende Parameter an:

$CONF['postfix_admin_url'] = ‘'var/www/vhosts/mail.<domain>/postfixadmin/';
$CONF['database_type'] = 'mysqli';
$CONF['database_user'] = 'mail';
$CONF['database_password'] = 'mail';
$CONF['database_name'] = 'mail';

(Natürlich an die eigenen Zwecke angepasst)

Sind wir mit der Konfiguration fertig, setzen wir den Parameter

$CONF['configured'] = false;

auf true und können unter der angelegten Domain den Installer starten. (postfixadmin/setup.php)

Postfix

Die Konfiguration liegt in /etc/postfix wir wechseln also in das Verzeichnis und bearbeiten die (vielleicht neue) Datei main.cf

root@server:/# cd /etc/postfix
root@server:/# vi main.cf

Dann richten wir die Datei wie folgt ein (denken Sie dran myhostname und myorigin an Ihre eigenen Bedürfnisse anzupassen). Mit Dovecot 2.0 hat sich einiges an der SASL-Authentifizierung geändert... das ist hier schon eingearbeitet:

smtpd_banner = $myhostname ESMTP $mail_name (Debian/GNU)
biff = no
append_dot_mydomain = no
#delay_warning_time = 4h
myhostname = mail.mycompany.com
myorigin = mycompany.com
mydestination = localhost
relayhost =
mynetworks = 127.0.0.0/8
mailbox_size_limit = 0
recipient_delimiter = +
inet_interfaces = all
virtual_mailbox_domains = proxy:mysql:$config_directory/mysql_virtual_domains_maps.cf
virtual_mailbox_base = /var/vmail
virtual_mailbox_maps = proxy:mysql:$config_directory/mysql_virtual_mailbox_maps.cf
virtual_alias_maps = proxy:mysql:$config_directory/mysql_virtual_alias_maps.cf
virtual_minimum_uid = 150
virtual_uid_maps = static:150
virtual_gid_maps = static:8
virtual_transport = dovecot
# SASL Authentication
#smtpd_sasl_exceptions_networks = $mynetworks
#smtpd_sasl_security_options = noanonymous
#broken_sasl_auth_clients = yes
smtpd_sasl_type = dovecot
smtpd_sasl_path = private/auth
smtpd_sasl_auth_enable = yes
smtpd_recipient_restrictions = permit_mynetworks, permit_sasl_authenticated, reject_unauth_destination, permit

Diese Konfiguration legt die Mails in /var/vmail ab und benutzt den Benutzer vmail mit der UID 150 (legen wir gleich an):

sudo useradd -r -u 150 -g mail -d /var/vmail -s /sbin/nologin -c “Virtual mailbox” vmail
sudo mkdir /var/vmail
sudo chmod 770 /var/vmail/
sudo chown vmail:mail /var/vmail/

Jetzt fangen wir an, die Maps zu konfigurieren. Hiermit bringen wir Postfix bei, wir er die Datenbank nach Mail-Adressen abfragen muss. Dafür müssen wir einige Dateien anlegen:

sudo touch /etc/postfix/mysql_virtual_alias_maps.cf
sudo touch /etc/postfix/mysql_virtual_domains_maps.cf
sudo touch /etc/postfix/mysql_virtual_mailbox_limit_maps.cf
sudo touch /etc/postfix/mysql_virtual_mailbox_maps.cf

/etc/postfix/mysql_virtual_alias_maps.cf

user = mail
password = mail
hosts = localhost
dbname = mail
table = alias
select_field = goto
where_field = address
additional_conditions = and active = '1'
#query = SELECT goto FROM alias WHERE address='%s' AND active = '1'

/etc/postfix/mysql_virtual_domains_maps.cf

user = mail
password = mail
hosts = localhost
dbname = mail
table = domain
select_field = domain
where_field = domain
additional_conditions = and backupmx = '0' and active = '1'
#query = SELECT domain FROM domain WHERE domain='%s' AND backupmx = '0' AND active = '1'

/etc/postfix/mysql_virtual_mailbox_limit_maps.cf

user = mail
password = mail
hosts = localhost
dbname = mail
table = mailbox
select_field = quota
where_field = username
additional_conditions = and active = '1'
#query = SELECT quota FROM mailbox WHERE username='%s' AND active = '1'

/etc/postfix/mysql_virtual_mailbox_maps.cf

user = mail
password = mail
hosts = localhost
dbname = mail
table = mailbox
select_field = CONCAT(domain,'/',maildir)
where_field = username
additional_conditions = and active = '1'
#query = SELECT CONCAT(domain,'/',maildir) FROM mailbox WHERE username='%s' AND active = '1'

Wichtig ist es, hier den Benutzernamen und das Passwort an die MySQL-Einstellungen anzupassen.

Als letzte Postfix-Konfiguration müssen wir in der master.cf ganz unten die Pipe für Dovecot einrichten:

dovecot unix – n n – – pipe flags=DRhu user=vmail:mail argv=/usr/lib/dovecot/deliver -d $(recipient)
submission inet n - - - - smtpd
 -o smtpd_tls_security_level=encrypt
 -o smtpd_sasl_auth_enable=yes
 -o smtpd_sasl_type=dovecot
 -o smtpd_sasl_path=private/auth
 -o smtpd_sasl_security_options=noanonymous
 -o smtpd_sasl_local_domain=$myhostname
 -o smtpd_client_restrictions=permit_sasl_authenticated,reject
 -o smtpd_sender_login_maps=hash:/etc/postfix/virtual
 -o smtpd_sender_restrictions=reject_sender_login_mismatch
 -o smtpd_recipient_restrictions=reject_non_fqdn_recipient,reject_unknown_recipient_domain,permit_sasl_authenticated,reject

Dovecot

Nun beginnen wir, den zweiten Teil des Mailservers anzupassen. Hierfür installieren wir Dovecot über apt:

sudo apt-get install dovecot-imapd dovecot-pop3d dovecot-mysql

Wir können hier auch das Paket "dovecot-pop3d" weglassen, wenn wir keine POP3-Anmeldung am Server brauchen.

Die Abfrage nach einem SSL-Zertifikat können wir entweder mit Ja beantworten. Dann richtet Dovecot ein selbstsigniertes SSL-Zertifikat ein. Falls wir eines haben, sagen wir Nein.

Anschließend können wir mit der Konfiguration von Dovecot unter /etc/dovecot/local.conf beginnen. Diese Konfiguration kann einfach so kopiert werden. Es bringt auch eine SSL-Unterstützung mit, die aber von Haus aus deaktiviert ist. Natürlich muss der Hostname angepasst werden.

auth_mechanisms = plain login
disable_plaintext_auth = no
first_valid_uid = 150
hostname = mail.example.org
last_valid_uid = 150
log_timestamp = "%Y-%m-%d %H:%M:%S "
mail_location = maildir:/var/vmail/%d/%u
passdb {
  args = /etc/dovecot/dovecot-sql.conf
  driver = sql
}
postmaster_address = xxx@example.com
service auth {
  unix_listener /var/spool/postfix/private/auth {
    group = postfix
    mode = 0660
    user = postfix
  }
  unix_listener auth-userdb {
    group = mail
    mode = 0600
    user = vmail
  }
}
service imap-login {
  executable = imap-login
  inet_listener imap {
    port = 143
  }
}
service pop3-login {
  executable = pop3-login director
  inet_listener pop3 {
    port = 110
  }
}
# Hier kann bei Bedarf die SSL-Verschlüsselung eingeschaltet werden.
ssl = no
#ssl_cert = </etc/ssl/certs/dovecot.pem
#ssl_key = </etc/ssl/private/dovecot.pem
userdb {
  args = /etc/dovecot/dovecot-sql.conf
  driver = sql
}
protocol imap {
  mail_max_userip_connections = 10
}

Nun müssen wir Dovecot nur noch sagen, wie sich Dovecot die Anmelde-Daten beschaffen kann. Dafür bearbeiten wir die Datei /etc/dovecot/dovecot-sql.conf:

driver = mysql
connect = host=localhost dbname=mail user=mail password=mail
# The new name for MD5 is MD5-CRYPT so you might need to change this depending on version
default_pass_scheme = MD5
# Get the mailbox
user_query = SELECT '/var/vmail/%d/%n' as home, 'maildir:/var/vmail/%d/%n' as mail, 150 AS uid, 8 AS gid, concat('dirsize:storage=', quota) AS quota FROM mailbox WHERE username = '%u' AND active = '1'
# Get the password
password_query  = SELECT username as user, password, '/var/vmail/%d/%n' as userdb_home, 'maildir:/var/vmail/%d/%n' as userdb_mail, 150 as userdb_uid, 8 as userdb_gid FROM mailbox WHERE username = '%u' AND active = '1'
# If using client certificates for authentication, comment the above and uncomment the following
#password_query = SELECT null AS password, '%u' AS user

Hier müssen wir möglicherweise die Felder user= und password= an unsere Zwecke anpassen.

Dann setzen wir noch die Rechte für Dovecot:

sudo chmod 600 /etc/dovecot/*.conf
sudo chown vmail /etc/dovecot/*.conf

Dovecot ist jetzt konfiguriert. Momentan noch ohne SSL, aber das kommt später.

Nun ist der Mailserver eingerichtet. Wir starten nun die Services neu:

service postfix restart
service dovecot restart
service apache2 restart
service mysql-server restart

Nun können wir unter http://mail.example.org/postfixadmin/ einen neuen Benutzer und eine neue Domain anlegen und einige Tests durchführen. Damit ist der Mailserver eingerichtet.